Umwelt-Erlebnis-Zentrum GaytalPark
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Bildung für nachhaltige Entwicklung am Umwelt-Erlebnis-Zentrum GaytalPark
1. Beispiel Erneuerbare Energien, Solarprogramm:
Beim Arbeiten mit dem Solarkocher (Parabolspiegel) werden Eine Welt-Aspekte thematisiert und insbesonder auf die Lage in Entwicklungsländern hingewiesen. Die Schüler entdecken die Problematiken diesbezüglich und entwickeln Lösungsansätze für die Energiefragen in den dortigen Ländern. Sie erfahren, dass Möglichkeiten der westlichen Länder nicht ohne Weiteres auf Entwicklungsländer übertragbar sind und können somit auch ihr eigenes Handeln hinterfragen. Das Dreieck Ökonomie, Ökologie und Soziales lässt sich hier wunderbar einleuchtend vermitteln. Gerade zu Energiethemen, welche immer auch direkt in Zusammehang mit eigenen Lebenserfahrungen gebracht werden, kommt es auch während Veranstaltungen zu Diskussionen und Fragen der Teilnehmer. Dies kommt uns aber keinesfalls ungelegen. Gerade in der Diskussion und in eigenen Gedanken/Fragen lassen sich neue Sichtweisen erkennen und erscheinen Lösungsmöglichkeiten einleuchtender. Dafür besteht bei all unseren Programmen Zeit und Raum. Außerdem sind unsere Programme zu den Erneuerbaren hervorragend dazu geeignet, bisheriges Wirtschaften in Beziehung zu nachhaltigem, zukunftsfähigem Handeln zu setzen.
2. Beispiel unser Windenergieprogramm:
Hier werden Rohlinge von Minirotorblättern der Windkraftanlagen von jedem Teilnehmer so verändert und mit einer Holzraspel bearbeitet, dass diese in unserem kleinen Windkanal tatsächlich Leistung erbringen und Energie erzeugen können. Dabei entsteht ein, erst einmal von uns gar nicht so geförderter Wettbewerbscharakter, der aber alle Beteiligten animiert ein leistungsfähiges Modell eines Rotorblatts einer Windenergieanlge selber „herzustellen“; eine unglaublich motivierende Art, sich mit den Erneuerbaren auseinanderzusetzen, diese Art der Energiegewinnung zu verstehen und für ihren Einsatz einzutreten.
3. Beispiel Erneuerbare Energien/Ganztagsschule:
Vielfach geben unsere Programme, die von Schulen, Freizeitgruppen u.a. gebucht werden den Anschub, sich z.B. auch innerhalb der gewohnten Schulräume mit den Themen Klima(wandel), Energieverbrauch, Erneuerbare Energien oder Energiesparen zu beschäftigen. Wir nutzen z.B. bei unserer Energierallye „Der Energie auf der Spur“ sog. Energiecontroller, um dem Verbrauch einzelner Geräte sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Teilnehmern (z.B. in der Ganztagsschule (GTS) der Otto-Hahn-Realschule Bitburg) Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Das schafft Solidarität über die Klassenstufen hinweg und fördert durch persönliche Betroffenheit (jeder kann als letzter, der einen Raum verlässt das Licht ausschalten) auch das eigene Engagement. Schön zu beobachten für uns als Akteure z.B. in der GTS ist es dann auch, dass die dort oder bei uns in der Einrichtung erworbenen Kenntnisse dann auch noch privat im eigenen Elternhaus umgesetzt werden. Viele der Teilnehmer stellen fest, dasss es sich lohnt für einen Wandel einzutreten.
4. Beispiel Naturnahe Lebensräume/Nachhaltigkeit:
Im Außenbereich verfügt das Umwelt-Erlebnis-Zentrum über eine Vielzahl unterschiedlicher land-schaftstypischer Biotope, die in unmittelbarer Nähe erlebbar sind. So z.B. Schiefer- und Buntsand-steinfelsen, einen sauberen Mittelgebirgsbach (Gewässergüteklasse I), Streuobstwiesen, Hecken, Wald-ränder, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Feuchtwiesen, Auwald etc. Bei Rundgängen und Aktivitäten mit Gruppen wird deutlich, dass der Mensch bei vielen Landschaftsformen und Naturräumen pflegen und eingreifen muss, um diese zu erhalten. Würden z.B. nicht soviele Obstbrennereien am Ort sein, gäbe es auch nicht die ökologisch sehr wertvollen Streuobstwiesen. Nachhaltiges Wirtschaften schafft hier erst die Voraussetzung, um wichtige und unersetzliche, an dieses Kulturbiotope gebundene Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Wichtige Punkte, auf die wir bei Rundgängen, Arbeitseinsätzen und Ex-kursionen hinweisen. Diese Zusammenhänge sind jedem Besucher einleuchtende Aspekt des sustainable development; bei uns im Zentrum und im Park hautnah erlebbar und ab Anfang Oktober zur Apfelernte auch genießbar. Unser Zentrum führt in zweijährigem Turnus Obstbaumschnittseminare durch, wobei selbstverständlich auch bei den „wirtschaftenden“ Menschen auf die o.g. Aspekte hingewiesen wird.
5. Beispiel Wetterstation:
Seit Frühjahr letzten Jahres besteht am Haus eine vollautomatische Wetterstation der Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz. Die hier gewonnenen Daten werden ins Internet gestellt, und sind nicht nur auf unserer Homepage dargestellt. Im Gebäude selber sind die erhobenen Daten auch auf einem Display ablesbar und können besprochen werden: Welche Daten muss man ermitteln, um einen Wetterbericht zu erstellen? Wie haben sich die Temperaturen der letzten Jahre und Jahrzehnte verändert? Spannende Fragen können hier erörtert und diskutiert werden. Gerade Schülern der Sek. I und II kann man hier anschaulich die Tendenzen hin zum Klimawandel und anschließend die Folgen der Klimaerwärmung verdeutlichen. Darüberhinaus haben wir uns vom Deutschen Wetterdienst eine ausrangierte Wetterstation, eine Art Wetterhäuschen, wie sie bis in die 90er Jahre verwendet wurde installieren lassen. Diese sog. Englische Hütte ist mit ein paar manuellen Ausrüstungsgegenständen zur Datenerhebung, wie z.B. Mini- und Maximalthermometer, Thermohygrograph usw. ausgestattet. Hier besteht nun der Vergleich der Wetterdatenerhebung früher zum heutigen Stand der Technik.
6. Beispiel Wechselausstellungen:
Seit 2008 verfolgt das Umwelt-Erlebnis-Zentrum das Angebot die statische Ausstellung zu erweitern und zusätzlich Wander- bzw. Wechselausstellungen zu präsentieren. Dies ist uns auch gelungen und wird sehr positiv von den Besuchern, insbesondere von der einheimischen Bevölkerung angenommen. Lange Zeit gab es in der Tat fast nur eine „starre“ Ausstellung im Haus zu sehen. Gerade die Ortsansässigen taten sich schwer das Zentrum häufiger zu besuchen, da vielen ja klar war, dass das einmal aufgesuchte Umweltzentrum nicht so schnell wieder mit neuen Highlights im Haus wirbt. Das hat sich nun grundlegend geändert. In Koopertion mit öffentlichen Stellen des Umwelt- und Naturschutzes, aber auch mit Umweltverbänden und dgl. ist es gelungen, so auch 2010, monatlich eine neue Ausstellung zu präsentieren. Solche Ausstellungen schaffen bei den Besuchern unserer Einrichtung auch eine entsprechende Motivation selber aktiv zu sein, etwas zu bewegen, oder auch nur das eigene Handeln zu überdenken. Die Ausstellungen 2010 sind:
"Klimaschützer in Rheinland-Pfalz" der LZU im April, Thema Klimaschutz
"Unser Haus spart Energie" vom BV Regionalbewegung im Mai, Thema Energieeinsparung, Klimaschutz
"Bumerang" des lux. Naturparks Obersauer im Juni, Thema Nachhaltigkeit
"Der Boden lebt!" der Natur- und Umweltschutzakademie NRW im Juli, Thema Biotop-/Bodenschutz
"Kulturbiotop Obstwiese - Ohne Pflege und Nutzung kein Naturschutz" der Natur- und Umweltschutz-akademie NRW im August, Thema Arten-, Biotop-, Landschaftsschutz und -pflege
"Wildkatzen in Rheinland-Pfalz" des BUND RLP im Sept./Okt., Thema Artenschutz (Die Wildkatze ist eine bedrohte Säugetierart und kommt in der Südeifel vor!)
So weit wie es geht, sollen die Ausstellungen kindgerecht, handlungsorientiert, interaktiv und einen motivierenden Charakter besitzen.
7. Beispiel Tag der Offenen Tür/Nachhaltigkeitsmarkt:
Bis 2006 gab es das Konzept der Bauernmärkte bei uns am Zentrum. Das bedeutete, dass einmal jährlich zum Tag der Offenen Tür auch ein Bauernmarkt stattfand. Sicherlich wurden auch regionale Produkte sowie Handwerkskunst angeboten und dargestellt. Jedoch gibt es mittlerweile in jedem größeren Ort in der Eifel solche Märkte, so dass der Reiz und auch die Besonderheiten mit der Zeit verlorengingen. 2007 und 2008 haben wir dann einen Vital-Markt angeboten, der den Wellness- und sportlichen Charakter mehr betonen sollte. Am 20. Sept. 2009 fand erstmalig der Nachhaltigkeitstag am Umwelt-Erlebnis-Zentrum statt. Hier wird nicht nur Wert auf die Vermarktung und die Information über heimische und regionale Erzeugnisse gelegt. Thematisiert werden die Nachhaltigkeit, ökologische Produkte, fairer Handel usw. Das spiegelt sich beispielsweise wieder in der Wahl der Aussteller: Präsentation von Hybridfahrzeugen, schonende Waldarbeit mit Rückepferden, kontrolliert biologisch erzeugter Wein oder Honig usw. Mit mehr als 1.000 Besuchern waren wir mit der Erstauflage des Marktes zufrieden und werden die Reihe fortsetzen. Auch hierbei geht es uns darum, Anregungen im privaten Umfeld zu geben und die Bereitschaft einer anderen Denkweise und -ansätze zu fördern.
8. Beispiel: Diverse Erlebnisprogramme und Experimente:
Viele Programme an unserer anerkannten, außerschulischen Bildungseinrichtung haben den Charakter des Exprimentierens. Es werden gerade im Bereich der Programme in Zusammenhang mit den Erneuerbaren keine Lösungen vorgegeben, sondern die Teilnehmer müssen sich Strategien erarbeiten. Ob beim Solarprogramm die Aktivität „Bau einer Sonnenfalle“, Umgang mit der Brennstoffzelle oder das Herstellen der leistungentwickelnden Windenergierotorblätter müssen sich die Teilnehmer Gedanken machen, sich mit der Materie auseinandersetzen. Entweder im Team oder auch als Einzelperson gilt es, sich selbst zu organisieren, eigene Lösungsansätze zu entwickeln, immer wieder zu Probieren und schließlich zum Erfolg zu kommen.
Im Anschluss der Arbeiten ist eine Reflexion über das Erlebte wichtig, ein Austausch, ein Vergleich. Nur so ist es möglich, weitere Schlussfolgerungen zu ziehen und, gerade bei erfolgreichen Arbeitsabschlüssen, für dauerhafte und nachhaltige Erlebnisse zu sorgen, die auch über die Veranstaltung hinweg in Erinnerung bleibt und im Idealfall für einen Bewusstseins- und Handlungswandel sorgt. Der letztgenannte Erfahrungsaustausch spielt natürlich auch bei unseren klassischen Umweltbildungsprogrammen eine wichtige Rolle, wie waldpädagogischen Aktivitäten, Abenteuter- und Erlebnispädagogik. Gerade hier spielen Übungen zur Sinneswahrnehmung und anschließenden Reflexion eine große Rolle.

